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Ethikkodizes - Die Verbinderei
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Ethikkodizes

Leitlinien

Wir haben uns den ethischen Kodizes führender Verbände in den Bereichen Coaching, Mediation und Training angeschlossen. Die zentralen Aussagen der Leitlinien haben wir für Sie zusammengefasst.

 

In unseren Coachings folgen wir dem Ethik-Kodex des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V. mit seinen 10 anthropologischen Prinzipien. (vollständige englische Fassung, S. 39 ff.)

Weltbezogenheit des Menschen. Gemäß dem ersten Prinzip ist der Mensch nicht isoliert, sondern immer als Teil seiner Lebenswelt zu betrachten, mit der er in Interaktion steht. Das gilt für den Klienten und den Coach in gleicher Weise. Ein Coach muss diese Eingebundenheit und die Unterschiede in der Eingebundenheit beachten.

 

Willensfreiheit des Menschen. Bedingungen eröffnen oder begrenzen Möglichkeiten. Sie determinieren aber nicht das Handeln. Der Mensch kann reflektieren und entscheiden. Ein Coach achtet die Selbstbestimmung von Klienten. Er gestaltet Prozesse, in denen Alternativen gefunden und Entscheidungen leichter werden.

 

Würde der Person. Eine asymmetrische Beziehung ist Teil der Beratungssituation. Der Coach hat eine Steuerungsaufgabe. Dabei ist das Schutzbedürfnis des Klienten zu achten. Sein Gewordensein und seine Situation sind kein Gegenstand einer Beurteilung. Ein Coach erspart Schamgefühle und fügt keinen Schaden zu.

 

Einheit des Menschen. Der Mensch wird als ein Wesen mit Körper, Geist und Seele betrachtet. Alle Dimensionen sind zu beachten und zu adressieren. Prozesse der Veränderung sind auf unterschiedlichen Wegen möglich und rufen unterschiedliche Reaktionen hervor. Ein Coach nimmt die komplexen Wechselwirkungen in den Blick.

 

Der Mensch als dialogisches Wesen. Der Mensch ist angewiesen auf Beziehungen zu anderen. Er führt eine dialogische Existenz. Die Andersheit der Anderen ermöglicht Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung. Sie kann bereichernd wirken aber auch zu Grenzen der Verständigung führen. Ein Coach fördert Dialogprozesse.

 

Grenzen des Erkenntnisvermögens. Ein Mensch ist mehr oder etwas anderes, als die Summe seiner Beschreibungen. Ein Coach weiß um die Grenzen seiner Kenntnis. Er stellt subjektive und intersubjektive Wahrheiten in den Mittelpunkt und sieht sich in einem Bildungsprozess auf Lebenszeit ohne Aussicht auf absolute Wahrheiten.

 

Nicht-Reduzierbarkeit des Menschen. Der Mensch ist mit Erwartungen an seine Funktion für andere konfrontiert doch darauf nicht reduzierbar. An der Seite der Funktionalität steht die Personalität. Ein Coach sieht eine funktionale Optimierung stets in Verbindung mit dem Bedürfnis nach persönlichem Wachstum.

 

Arbeit ist existenzieller Teil des Lebens. Der Mensch arbeitet für den Erhalt oder die Verbesserung seiner Lebensumstände. Organisationen bieten Verlässlichkeiten zum Preis für zu erfüllende Erwartungen. Daraus können Spannungen hervorgehen. Ein Coach unterstützt bei der Reflexion der Wirkung institutioneller Bedingungen.

 

Entwicklungsoffenheit des Menschen. Ein Mensch ist offen für Neues. Ein Coach hebt die Prozesshaftigkeit hervor und meidet festlegende Aussagen. Was möglich ist, will erkannt, was stört, will überwunden und was geht, will gemacht werden. Entwicklung ist immer auch ein Abschied vom Vertrauten. Ein Coach hilft dabei.

 

Macht ist ein elementarer Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen. Macht bedeutet Einflussnahme. Sie eröffnet Möglichkeiten der Gestaltung, indem sie andere Möglichkeiten einschränkt. Ein Coach unterstützt die Wahrnehmung dieser Ambivalenz, fördert den verantwortungsvollen Umgang und spricht Missbrauch offen an.

 

In der Mediation sind für uns zwei Orientierungen von Bedeutung: Das Ethische Selbstverständnis vom Bundesverband Mediation (vollständige Fassung) und der Europäische Verhaltenskodex Mediation der European Commission, Directorate General Justice (vollständige englische Fassung).

Ethisches Selbstverständnis

 

Die Zuversicht, dass Menschen die Fähigkeit besitzen Konflikte konstruktiv zu lösen, prägt das Menschenbild in der Mediation. Mediatoren respektieren die Einzigartigkeit von Menschen und sehen in den Unterschieden zwischen ihnen ein Potenzial für Entwicklungen. Sie unterstützen die Konfliktparteien bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung als Experten in eigener Sache.

 

Mediatoren übernehmen ihrerseits die Verantwortung für die Gestaltung eines geschützten Rahmens, in dem die Mediation erfolgt. In diesem Rahmen handeln sie allparteilich. Sie respektieren die Anliegen aller Beteiligten und ermöglichen es ihnen, ihre Bedürfnisse, Interessen und Wünsche voll und ganz einzubringen.

 

Mediatoren achten auf ein faires und offenes Verfahren. Sie fördern den wertschätzenden Umgang und ermutigen die Parteien zur direkten Aussprache. Das Einfühlen in die Beteiligten und ihre Situation ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Mediatoren auf dem Weg zur Lösung des Konflikts.

 

Das Ziel der Mediation ist das wechselseitige Verstehen, bei dem jede Seite die Situation der jeweils anderen Seite nachvollziehen bzw. nachempfinden kann. Hierfür braucht es Vertrauen. Die Gewährleistung der Vertraulichkeit der Mediation ist dafür ebenso ein Baustein wie der Verzicht, Mediatoren als Zeugen vor Gericht zu benennen.

 

Mediatoren obliegt die Pflicht, die Freiwilligkeit der Teilnahme zu gewährleisten sowie alle Parteien über die Chancen und Grenzen, den Ablauf des Verfahrens und die Möglichkeit des Abbruchs der Mediation zu informieren. Wenn erkannt wird, dass für eine Seite ein parteiliche Beratung eine Hilfe bieten könnte, ist sie dazu zu ermutigen.

 

Es ist Bestandteil der Professionalität von Mediatoren, dass sie in dem Moment, wo sie erkennen, nicht mehr allparteilich zu handeln, Unterstützung hinzunehmen oder das Verfahren an andere Mediatoren weitergeben. Mediatoren verpflichten sich sowohl zu regelmäßiger Fortbildung und Supervision als auch zur Nutzung der Mediation im eigenen Konfliktfall.

 

Verhaltenskodex Mediation

 

Mediatoren bedürfen der fachlichen Eignung. Sie müssen eine einschlägige Ausbildung nachweisen. Ergänzend zu ihrer Prozesskompetenz bedürfen sie eines Hintergrunds, der auch die inhaltliche Sachkunde in ihrem Arbeitsbereich gewährleistet.

 

Mediatoren unterziehen sich bei ihrer Ernennung vor Antritt ihrer Aufgabe einer kritischen Selbstprüfung. Sie verpflichten sich gegenüber dem Auftraggeber zur Transparenz über ihre fachliche Kompetenz, ihre Erfahrungen und ihre Vergütung. Im Wettbewerb mit anderen Mediatoren und in ihrer Werbung um Aufträge handeln sie ehrlich und redlich.

 

Mediatoren müssen unabhängig sein. Es darf weder eine Einfluss nehmende Verbindung zu einer Konfliktpartei noch ein Interesse an einem bestimmten Mediationsergebnis geben. Mediatoren zeichnen sich aus durch Unparteilichkeit. Sie haben alle Beteiligten bei Bedarf zu unterstützen. Sie dürfen nicht einseitig Partei ergreifen.

 

Mediatoren gewährleisten die Informiertheit aller Parteien. Sie stellen Klarheit über den Ablauf des Verfahrens und die Aufgaben aller Beteiligten her. Sie übernehmen die Verantwortung für die Wahl der Vorgehensweise auch bei ungleichen Kräfteverhältnissen.

 

Das Ziel ist ein faires Verfahren. Mediatoren müssen Konfliktparteien in Kenntnis setzen, wenn sie angestrebte Regelungen für nicht durchsetzbar oder rechtswidrig halten oder im festen Glauben sind, dass das Verfahren nicht zu einer Einigung führt. Sie können dann die Mediation beenden.

 

Auch die Parteien können das Ende des Verfahrens bestimmen. Kommt es zu einer Vereinbarung, müssen Mediatoren sicherstellen, dass die Einigung in voller Kenntnis der Sachlage erfolgt. Sie haben zudem eine Informationspflicht, wenn die Parteien eine Formalisierung und Durchsetzbarkeit der Ergebnisse wünschen.

 

Von besonderer Bedeutung ist die Gewährleistung der Vertraulichkeit. Informationen, die im Vertrauen mitgeteilt wurden, dürfen nicht ohne Zustimmung weitergegeben werden. Einzige Ausnahme bilden gesetzliche Verpflichtungen.

 

In unseren Trainings richten wir uns nach den Ethischen Richtlinien des Forums Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. (vollständige Fassung)

Artikel 1 betont die grundsätzliche Wahrung der Menschenwürde und die Existenz des Menschen als ein Wesen mit Körper, Geist und Seele. Menschen sind immer sozial eingebunden. Sie unterliegen der Notwendigkeit, soziale Beziehungen lebensdienlich zu gestalten. Jeder Mensch ist mit seinem Bedürfnis nach persönlicher Entwicklung zu sehen und in diesem Streben zu unterstützen.

 

Artikel 2 bringt die Verantwortung der Weiterbildenden zum Ausdruck. Jede Bildungsmaßnahme ist eine Einflussnahme auf die Meinungsbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Weiterbildende sind verpflichtet, sich selbst immer wieder in ihrer Wirkung zu reflektieren. Sie bekennen sich zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft und wirken auf Begegnung, Beteiligung und Ausgleich hin.

 

Artikel 3 und 4 regeln das Verhältnis zum Trainingsteilnehmer und zum Auftraggeber. Die Weiterbildenden begegnen Teilnehmern mit Respekt, Achtung und Wertschätzung. Sie informieren Auftraggeber wahrheitsgemäß über ihre Person, über Trainingsmethoden und möglichen Trainingsergebnisse. Das Angebot von Leistungen, die über die eigenen Kompetenzen hinausgehen, ist zu unterlassen.

 

Artikel 5 und 6 widmen sich dem Verhalten der Weiterbildenden untereinander. Bei allem notwendigen Wettbewerb ist stets ein fairer und respektvoller Umgang mit anderen Weiterbildenden zu pflegen. Alle Weiterbildenden verpflichten sich, für ein positives Ansehen Ihres Berufsstandes in der Öffentlichkeit einzutreten.