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Versatzstück 20160215 - Die Verbinderei
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Versatzstück 20160215

Versatzstück 20160215

Hebbsche Lernregel

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Theorien, die dem Denken Richtung geben

Ähnlich wie die britischen Empiristen, so dachte auch Donald Oding Hebb, dass Lernen und Gedächtnis mit der Fähigkeit einhergehen, Verbindungen zwischen Wahrnehmungen und Gedanken herzustellen. 1949 stellte er in seinem Werk „The organization of behavior“ eine Lernregel vor.

Die zentrale Aussage

Hebb postulierte eine Theorie der Vereinigung von Zellen. Vorkommnisse, die zugleich mit anderen Vorkommnissen einem Menschen in Erscheinung treten, werden als gemeinsame Vorkommnisse verstanden.

Beispiel: Sie sehen ein Brot auf einem Küchentisch. Beide Erscheinungen, das Brot und der Tisch, werden dadurch zueinander in Beziehung gesetzt. Viele weitere Wahrnehmungen, wie zum Beispiel der Geruch, der erlebte Hunger oder auch sprachliche Formulierungen können hinzukommen.

In Ihrem Gehirn werden die entsprechenden Regionen durch elektrische Impulse aktiv. Hier kommt nun die zentrale Aussage von Donald Oding Hebb ins Spiel: „Cells that fire together, wire together.“ Je häufiger eine Wahrnehmung in einem bestimmten Zusammenhang bewusst wird, desto stärker wird die Verbindung zwischen den Vorkommnissen bzw. den aktivierten Neuronen. Jede weitere Aktivierung einer Verbindung bewirkt eine Stärkung und damit eine leichtere (Re-)Aktivierung in der Zukunft.

Die Langzeitpotenzierung

Die Annahme von Donald Oding Hebb wurde 1973 durch Entdeckungen von Timothy Bliss und Terje Lømo bestätigt. Der Reiz eines Neurons führt zu einer Reaktion in einem verbundenen Neuron. Ein erhöhter Reiz erhöhte auch die weitere Sensibiltät. Das reagierende Neuron reagierte hinterher für längere Zeit deutlich stärker auf die Reizungen. Die Möglichkeit zur Weitergabe des Reizes hatte sich verbessert. Der Effekt heißt Langzeitpotenzierung (LTP), der gegenläufige Effekt Langzeitdepression (LTD).

Das einmalige Gehirn

Die enge Kopplung der Gehirnentwicklung mit der Erfahrung einer für jeden Menschen anderen Abfolge und Art von Erlebnissen führt dazu, dass selbst eineiige Zwillinge mit identischen Genen verschieden Gehirne ausbilden. So mögen beispielsweise die ersten Erfahrungen mit einem Hund bei dem einen Zwilling schön gewesen sein. Waren sie es bei dem anderen nicht, ist ein Unterschied entstanden.

Die kreative Erinnerung

Eine Erinnerung setzt ein, wenn ein Aktivitätsmuster, ähnlich dem bei der Entstehung, aktiviert wird. Die Anregung kann ausgehen von äußeren Reizen, wie zum Beispiel einem Duft, einem Ton oder auch einem Bild. Der Abruf erfolgt aber nicht wie in einem Datenspeicher. Mit jedem Hervorholen eines Gedächtnisinhalts geht auch eine Veränderung einher. Die Situation, in der das Erinnern passiert, ist eine andere. Ebenso die Stimmung, in der sich die erinnernde Person befindet. Sie verfügt zudem über weitere hinzugekommene Erinnerungen, die ebenfalls aktiv werden können. Das Ganze verbindet sich neu und verändert den ursprünglichen Gedächtnisinhalt.